Der Staat steuert die Bauern und Verbraucher immer weiter in die Krise

cropped-Norwich_Ruesse_Großfläche1.jpgDie Milchkrise ist derzeit in aller Munde. Die Reaktionen reichen dabei von ziellosem Mitleid bis hin zu einem „Herzlichen Willkommen” im freien Spiel der globalen Agrarmärkte. Auf jeden Fall passt derzeit zu keinem Markt das nachfolgende Zitat von Friedrich Schiller besser als zum Milchmarkt:

“Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gebild’ gestalten!”

Ganz diesem Zitat entsprechend stehen wir derzeit vor den Trümmern einer Agrarideologie, die völlig unkritisch an die positiven Kräfte des zügellosen Agrarmarktes glauben wollte. Mit der aktuellen Krise drohen der endgültige Niedergang der bäuerlichen Landwirtschaft und die Dominanz agrarindustrieller Strukturen auch in der Milchviehhaltung. Die Milch wird zum schnödenWegwerfprodukt. Contine reading

Zukunftsfähige Landwirtschaft

OstendorffPorträt_Norwich_2012Von Friedrich Ostendorff und Norwich Rüße

Jede/r von uns möchte frische und sichere Lebensmittel auf dem Tisch haben. Noch besser ist es, wenn sie außerdem aus der Region stammen und nach ökologischen oder artgerechten Kriterien erzeugt wurden, weil wir davon ausgehen können, dass die Umwelt und die Tiere dafür weniger belastet wurden. So stellt z.B. die Milch von der Kuh auf der Weide für uns ein kulturell eingeprägtes Sinnbild für ein gut erzeugtes Lebensmittel dar. Dieses Bild löst gleichzeitig in uns ein Gefühl von Vertrautheit und Vertrauen aus. Schöne heile (Land-)Welt – aber wie lange noch? Contine reading

Ein Plädoyer für landwirtschaftliche Tierhaltung

cropped-Norwich_Ruesse_Großfläche1.jpgDerzeit wird immer wieder mal die landwirtschaftliche Tierhaltung in Frage gestellt. Dabei werden vor allem ethische Bedenken formuliert, die das Schlachten von Tieren grundsätzlich in Frage stellen. Darf der Mensch Tiere töten, um sich zu ernähren, ist dabei die entscheidende Frage. Aber auch die Frage, ob der Mensch tierisch Produkte überhaupt zu seiner Ernährung braucht, wird dabei aufgeworfen. Und schließlich wird tierischen Produkten ihre schlechtere Klimabilanz und der kalorische Verlust der sogenannten Veredlung vorgeworfen. Aber selbst die landwirtschaftliche Praxis wirft im Prinzip die Frage nach der Notwendigkeit der Tierhaltung auf. denn während viehlose Betriebe vor hundert Jahren quasi undenkbar waren, so wirtschaften viele sogenannte Ackerbaubetriebe heute komplett ohne Vieh und anscheinend funktioniert diese Form von Landwirtschaft ja auch.
Aus meiner Sicht geht eine solche Entwicklung aber tendenziell in die falsche Richtung und die Landwirtschaft ist langfristig ohne Tierhaltung schwierig darzustellen. Contine reading

Energieerzeugung aus Biogas nachhaltig und naturverträglich gestalten!

BiogasanlageBiogasanlagen gehören mittlerweile zu den umstrittensten Bereichen der Erneuerbaren Energien. In diesem Zusammenhang kommt deutliche Kritik sowohl aus der Landwirtschaft als auch aus dem Naturschutz. Der von der CDU-Landtagsfraktion gestellte Antrag „Zuverlässige Biogasenergiequellen im ländlichen Raum erhalten“ (Lt-Drs. 16/11435) greift nach meiner Ansicht viel zu kurz:

Unter den Betreibern älterer Biogasanlagen herrscht derzeit eine erhebliche Verunsicherung, ob ihre Anlagen über das Jahr 2020 hinaus noch eine Perspektive haben werden. Alleinige Ursache dafür ist das Nichthandeln der Bundesregierung, die die Landwirte einfach hängen lässt. Contine reading

Grüne Agrarpolitiker fordern sofortige Veränderungen in der europäischen Agrarpolitik

OstendorffNorwich_Rüße_2010Angesichts der schwierigen Lage auch der nordrhein-westfälischen Landwirtschaft fordern die grünen Agrarpolitiker Friedrich Ostendorff und Norwich Rüße gemeinsam mit weiteren Agrarpolitikern von Bündnis 90/Die Grünen umgehende Veränderungen in der europäischen Förderpolitik (siehe unten).

Friedrich Ostendorff:
„Der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft ist aktuell hochgradig gefährdet. Wir brauchen eine gerechte Verteilung der Landwirtschaftshilfen. Dass 20 Prozent der Betriebe 80 Prozent der Gelder erhalten geht nicht. Darum wollen wir, dass die Betriebsprämie viel stärker als bisher die kleineren und mittleren Betrieben unterstützt, damit wir die bäuerliche Landwirtschaft flächendeckend in Nordrhein-Westfalen erhalten.“

Norwich Rüße:
„Die gesellschaftlichen Anforderungen an die Tierhaltung sind offensichtlich und müssen schnellstmöglich umgesetzt werden. Wir müssen dafür schon jetzt parallel weitere Mittel in die Zweite Säule verlagern, um damit die tiergerechte Haltung von Kühen, Schweinen und Geflügel zu erreichen. Gerade der landwirtschaftliche Standort Nordrhein-Westfalen kann von dieser Förderung massiv profitieren. So erhalten wir unsere Tierhaltung in NRW und machen sie gleichzeitig naturverträglich und zukunftsfähig.“

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PM: Vermarktungsplattform löst Probleme am Milchmarkt nicht

Norwich_Rüße_2010Zum Vorschlag der CDU, eine Vermarktungsplattform für Milcherzeugnisse voranzutreiben, erklärt Norwich Rüße, landwirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

„Die Milchbäuerinnen und Milchbauern stehen mit dem Rücken zur Wand. Ein dramatischer Preisverfall kennzeichnet die dritte Milchkrise innerhalb von nur sieben Jahren. Die von der CDU geforderte Gründung einer „Vermarktungsplattform“ ist ein alter Hut, der keine Verbesserung bringen wird. Denn gerade die großen Molkereien, die eigentlich schon eine ausreichende Marktposition erreicht haben, zeichnen sich durch besonders schlechte Auszahlungspreise aus.

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Milchbauern in der Krise unterstützen – Krisenursachen bekämpfen!

Norwich_Ruesse_Großfläche.jpgNotmaßnahmenprogramm zur Sicherung der bäuerlichen Milcherzeugung

Angesichts der anhaltenden Milchkrise erklären Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, und Maria Heubuch, Milchbäuerin und Mitglied im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments und Norwich Rüße, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Naturschutz und Landwirtschaft der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Landtag Nordrhein-Westfalen:

Die Krise auf dem Milchmarkt verschärft sich weiter. Die Mengensteigerung in zahlreichen europäischen Ländern nach dem Wegfall der Milchquote und in anderen Erzeugerregionen hat zu dieser Krise geführt. Eine Trendwende ist aufgrund der weiterhin steigenden Milchmengen auf dem internationalen Markt nicht in Sicht.
Zahlreiche Betriebe haben im vergangenen Jahr aufgegeben und es ist absehbar, dass weitere Betriebe diese Krise nicht überleben werden. Wir brauchen Lösungsvorschläge, die an den Ursachen der Krise ansetzen. Contine reading

It’s the quantity, stupid!

Norwich_Rüße_2010Die erneute Milchkrise bewegt nun seit mehreren Monaten die Agrarpolitik. Auch die CDU ist aufgewacht und stellt auf einmal Anträge in den Länderparlamenten. Die CDU? Stimmt genau – das sind diejenigen, die auf Bundesebene seit 2005 in einer Bundesregierung koalieren und aus deren Schwesterpartei der derzeitige Bundeslandwirtschaftsminister Christian-”Tut-Nix”-Schmidt kommt. Eigentlich müsste ja eine kurze Rücksprache mit dem Minister reichen und die Bundesregierung könnte die richtigen Maßnahmen für die Milchbäuerinnen und Milchbauern inAngriff nehmen. Contine reading

Von Skandalen, Kontrollen, Geduldsfäden & Erwartungen

cropped-Norwich_Ruesse_Großflaeche.jpgIn der Tat reisst auch bei mir als Biobauer langsam der Geduldsfaden (“Langsam reisst der Geduldsfaden”, Kommentar von Jost Maurin, taz, 09.02.2016). Weil ich nämlich infolge der diversen Bio-Skandale und -Skandälchen in den letzten Jahren immer engere und immer intensivere Kontrollen mit immer mehr Schreibkram erleben durfte. Trotzdem hat sich anscheinend nicht viel verbessert. Wie wäre es also einfach mal, wenn stattdessen die wirklichen Ursachen in Angriff genommen würden? Jeder weiß, dass Bioware ungefähr in der Reihenfolge vertrauenswürdig ist: Deutschland/Österreich – Frankreich – Italien/Griechenland – Rumänien – China. Möglicherweise ist das auch die abnehmende Reihenfolge von Ökolandbau aus Überzeugung hin zu reiner Geschäftemacherei. Jedenfalls wissen wir ziemlich genau, wo mit häufigen und effektiven Kontrollen anzusetzen wäre bzw. aus welchen Ländern man vielleicht auch gar keine Bio-Rohstoffe beziehen sollte. Contine reading

Wenn “Freunde” gehen müssen……

cropped-Norwich_Ruesse_Großfläche1.jpgDa schaut man mal morgens so bei Facebook rein und entdeckt die folgenden zwei Postings, die mir – was Stil und Umgang angeht – doch zu denken geben. Was passiert da eigentlich gerade mit vielen Menschen – wie kann man sich derart öffentlich äußern?

[Zitatanfang]
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Hiermit fordere ich alle meine Parteigenossen der Linken auf , die diese Politik dieser Kriminellen Kanzlerin unterstützten sich von meiner Freundesliste zu verbissen.
Diese Frau ist absolut verblödet ! Contine reading