Die Kuh ist vom Eis

In der Tat ist es manchmal schwierig, eine „Kuh vom Eis“ oder von der Weide zu bekommen. So auch im Fall meiner schon etwas älteren Anni und ihrer halbjährigen Tochter. Im Gegensatz zu ihren Kolleginnen ließen sich diese beiden von mir Anfang November nicht einfangen und in den Stall bringen. Das ist grundsätzlich kein Problem, weil Rinder ganzjährig draußen gehalten werden können. Selbst deutliche Minusgrade empfinden Rinder nicht als unangenehm. Daher hatte ich mich dafür entschieden, die Tiere zunächst nicht mit einem Gewehr betäuben zu lassen. Jedoch waren weder eine Lockfütterung noch der Einsatz einer Futterraufe mit Fangfressgittern erfolgreich, weil sich das kleine Kalb immer hinter seiner Mutter versteckte und ihm die Muttermilch als Nahrung anscheinend ausreichte.

Die Vorwürfe, die nun von einem sogenannten Landschaftswächter erhoben werden, dass die beiden Tiere nicht ordentlich versorgt worden wären, hat das Kreisveterinäramt nicht bestätigt. Die beiden Tiere wurden von mir seit Wochen mit Silomais und Getreide regelmäßig gefüttert, um sie anzulocken und einzufangen.

Ich habe schließlich am 24. Januar einen Schützen mit Betäubungsgewehr bestellt und die Tiere in den Stall gebracht. Das heißt: Die Kuh ist „vom Eis“. Ob es ihr allerdings im Stall besser gefällt, ist eine andere Frage. Wir können nicht menschliches Kälteempfinden auf Tiere übertragen. Wenn wir nach einer halben Stunde im Schnee durchgefroren sind, gilt das nicht für Rinder. Mein Eindruck ist, dass es Anni und ihrer Tochter auf der großen schneebedeckten Weide deutlich besser gefallen hat.

 

Norwich Rüße

 

Zur Frage, ob Tiere ganzjährig draußen gehalten werden können, ist der nachfolgende Link nicht uninteressant:

http://www.weidewelt.de/nav/winterweide.pdf

 

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