Gesetzliche Mindeststandards in der Putenhaltung

Mit unserem Antrag „Einführung rechtsverbindlicher Mindeststandards für die Putenhaltung“ an den nordrhein-westfälischen Landtag machen wir einen erneuten Vorstoß, die Haltungsbedingungen endlich gesetzlich zu regeln. Wir wollen das möglichst nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Europa muss die Durchsetzung selbst gesetzter Standards wie das Verbot des Schnabelkürzens stärker forcieren, um dem Tierschutz europaweit Geltung zu verschaffen.
Da die Umsetzung aber noch auf nationaler Ebene geschieht, wollen wir über eine Bundesratsinitiative endlich klare gesetzliche Mindeststandards gesetzt sehen, die unter anderem die Bestandsdichten, Ausläufe und Beschäftigungsmaterial regeln. Wichtig ist uns auch, dass die Behandlung einzelner kranker Tiere möglich wird und nicht mehr ständig der gesamte Bestand „metaphylaktisch“ behandelt wird. Nur so lässt sich erreichen, dass in Zukunft nicht mehr nahezu 100 Prozent aller Puten mit Antibiotika behandelt werden (zum Vergleich: in der Hähnchenmast sind es „nur“ 80%), sondern sich die Antibiotikagaben  auf wirklich kranke Tiere minimieren.
Ganz entschieden stellen wir uns als Bundesland NRW gegen das Schnäbelkürzen. Nicht das Tier muss der haltungsform angepasst werden, sondern die Ställe sind so zu gestalten, dass die Tiere dort ohne solche Praktiken gehalten werden können. Wir wollen erreichen, dass diese Praxis bis spätestens 2017 in NRW endgültig Geschichte ist!

Unser Antrag zur Putenhaltung findet sich hier:
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-3422.pdf

1 Kommentar

  1. Norwich Rüße

    Vermutlich wissen Sie selber sehr gut, was Massentierhaltung ist. Wir alle haben nämlich ziemlich genaue Vorstellungen davon, was eine normale, bäuerliche Tierhaltung ist und was demgegenüber Massentierhaltung ist. Massentierhaltung ist die Haltung von Tieren in Größenordnungen, die nur möglich sind, weil extrem arbeitssparende Technik (Vollspaltenböden, automatische Fütterung etc.) eingesetzt wird und gleichzeitig die Bestände mit Antibiotika und anderen Arzneimitteln präventiv stabil gehalten werden.
    Die schematische, präventive Behandlung ersetzt das betreuende Auge des Bauern, was bei den riesigen Stückzahlen wohl auch nicht anders funktioniert. Das führt jedoch dazu, dass immer wieder präventiv Medikamente gegeben werden, obwohl keine Erkrankung vorliegt.
    Und die arbeitssparende Technik ist deshalb problematisch, weil sie dem Tier nicht gerecht wird (Stichworte: Schnabelkürzen, Schwänze kupieren). Die extremen Besatzdichten in der Schweinemast wären ohne Vollspaltenböden gar nicht möglich. Ein Platzangebot von 0,75 qm pro Schwein über 50 kg sind ein Witz.
    Deshalb lehnen wir eine solche Haltung ab.

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