Antibiotika-Einsatz in der Putenmast gefährdet Mensch und Tier!

Putenhaltung_by_uschi dreiucker_pixelio.deWenn fast 93 Prozent aller Tiere mit Antibiotika behandelt werden müssen und 10 Prozent der Truthähne während der Mast sterben, dann sind die Haltungsbedingungen der Putenmast in Nordrhein-Westfalen vollkommen inakzeptabel. Die Studie des Umweltministers zeigt, dass die bisherigen freiwilligen Vereinbarungen der Putenmäster unzureichend sind. Als wichtigsten Schritt brauchen wir jetzt eine drastische Reduzierung der Besatzdichte. Notwendig ist auch, die Betreuungsintensität zu verbessern und eine Mast in kleineren Einheiten, damit eine gezielte Behandlung der kranken Tiere möglich ist. Neben der Tatsache, dass ein Drittel der verabreichten Mittel in Deutschland nicht zugelassen sind, ist ein weiteres erschreckendes Ergebnis, dass sich unter den vier am häufigsten verabreichten Antibiotika zwei sogenannte Reserveantibiotika befinden. Diese Antibiotika sollten unbedingt der Humanmedizin vorbehalten bleiben, damit bei Antibiotikaresistenzen überhaupt noch Behandlungsmöglichkeiten bestehen. Wer diese Medikamente in der Tiermedizin einsetzt, riskiert leichtfertig, dass auch diese Arzneimittel wirkungslos werden und riskiert damit letztlich Menschenleben. Die Reserveantibiotika gehören unbedingt aus der Tiermedizin verbannt.

Hintergründe zur Studie:

Knapp 93 Prozent aller Puten werden mit Antibiotika behandelt

Bis zu 22 Wirkstoffe wurden in einem Stall eingesetzt

Unter den vier am häufigsten eingesetzten Mittel befanden sich zwei Reserveantibiotika, u.a. Colistin, das bei MRSA-Erkrankungen verabreicht wird

In fast zehn Prozent aller Fälle wurde ein Antibiotikamedikament eingesetzt, das keine Zulassung für Puten hatte (Umwidmung)

Erkrankungen / Diagnose: 70 Prozent = Verdauung, 23 Prozent = Atemwegserkrankung; zusammen 93 Prozent

Therapiedichte: an ca. 20 von 80 Tagen Mastdauer stehen die Tiere unter Antibiotika Verlustraten: 10 Prozent bei männlichen, 5 Prozent bei weiblichen Tieren. Männliche Tiere werden allerdings einen Monat länger gemästet und doppelt so schwer

Hier finden Sie die Studie: http://www.umwelt.nrw.de/verbraucherschutz/pdf/lanuv_fachbericht_58.pdf

4 thoughts on “Antibiotika-Einsatz in der Putenmast gefährdet Mensch und Tier!

  1. und direkt im ersten Satz lesen wir wieder das die Rünen nicht lesen können, denn wie steht darin ? „Einzeltierbezogene Aussagen (z. B. Angabe
    des Prozentsatzes der behandelten Tiere) im Hinblick auf den Behandlungsstatus sind aufgrund
    einer fehlenden
    Einzeltierkennzeichnung und der üblichen Gruppen

    bzw. Bestandsbehan
    d-
    lungen nicht möglich.“(Seite 25 für die, die nicht alles lesen wollen)

    da wollte nur mal wieder jemand die große Schlagzeile haben und seine Doofheit zur Schau stellen oder nicht?

  2. Soweit ich die Putenhaltung und die Broilermast kenne, wird dort – im Gegensatz zur Schweinehaltung – keine Einzeltierbehandlung vorgenommen. Dafür gibt es ja die schönen Dosiergeräte, die die Medikamente direkt in’s Tränkewasser einspeisen (mit der entsprechenden Rückstandsproblematik, wie wir ja durch eine andere Lanuv-Untersuchung wissen). Die Problematik teilbehandelter Bestände ist somit sehr nachrangig und die Aussage 9 von 10 Puten bildet die Realität wohl sehr gut ab. Aber das alles werden wir ja demnächst ziemlich genau nachvollziehen können, wenn die Ergebnisse aus den Antibiotika-Meldungen ausgewertet werden können.

  3. und hat jemand rückstände im schlachtkörper festgestellt? wurde fleisch was evtl. rückstände hat verkauft, damit kunden es roh verzehren? srteht davon etwas darin?

    ich hab nix davon gelesen, außerdem is morgen donnerstag oder wie der christ sagt schweineschnitzeltag

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