Klimawandel bedroht unsere Wälder – Schutzkonzepte umsetzen und Waldbesitzer*innen mitnehmen

Die Auswirkungen des Klimawandels im Wald zeigen sich dieses Jahr besonders deutlich – diese begünstigten auch eine massive Ausbreitung des Borkenkäfers in NRW.

Es ist dringend notwendig, Klimaanpassungsstrategien für den Wald umzusetzen und die Waldbesitzer*innen bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Wetterextreme wie die Stürme im Frühjahr, die lang anhaltende Hitze und der ausbleibende Niederschlag hatten dieses Jahr enorme Auswirkungen auf unsere Wälder. Unter anderem sind diese Phänomene die Ursache für die rasante Ausbreitung des Borkenkäfers in NRW.


Aktuell ist jede Abfuhr von Holz aus dem Wald als vorbeugende Maßnahme gegen einen weitergehenden Käferbefall unerlässlich. Die Industrie versucht die anfallenden großen Mengen an Holz zu verarbeiten und stößt dabei an Kapazitätsgrenzen. Es ist daher entscheidend, finanzielle und personelle Unterstützung sicherzustellen. Derzeit fehlt es besonders an Waldarbeiter*innen um die Abfuhr und die Aufarbeitung des Holzes durchzuführen.
Die Vergabe von Ausnahmegenehmigungen zur Straßennutzung bezüglich von Kabotage- und Sonntagsfahrverbote, wie sie CDU und FDP planen, ist sinnvoll, um das Holz zu Sammelplätzen abtransportieren zu können. Jedoch stellt der bestehende Mangel an Personal derzeit das größere Umsetzungsproblem dar. Die Landesregierung muss insbesondere Maßnahmen ergreifen, damit kurzfristig zusätzliche Schwerlastfahrer*innen im Wald eingesetzt werden können.
Um für die individuellen Belastungen vor Ort Lösungsvorschläge zu konzipieren, ist außerdem für jedes Regionalforstamt ein Masterplan zu entwickeln.

Eine weitere Gefährdung ergibt sich zusätzlich durch die von der Landesregierung auf den Weg gebrachte neue Vermarktungsorganisationen, demzufolge sich der sich der Landesbetrieb Wald und Holz NRW aus der Betreuung und Vermarktung im Privat- und Körperschaftswald zurückziehen wird. Dabei ist insbesondere der Abtransport und die schnelle Vermarktung des vom Borkenkäfer befallenen Holzes unerlässlich, um einem weiteren Befall Einhalt zu bieten. Darüber hinaus zeigen Krisensituationen wie diese, dass der Landesbetrieb Wald und Holz NRW auch in Zukunft flächendeckend handlungsfähig bleiben muss. Wir fordern deswegen die Landesregierung mit unserem Entschließungsantrag auf, umgehend einen Aufschub der Umstellung einzuleiten.

Zusätzlich bedarf es angesichts der zunehmenden Klimaveränderungen der Erstellung neuer Waldbaukonzepte, in denen auch die von der rot-grünen Landesregierung auferlegte Klimaanpassungsstrategie für den Wald weiter umgesetzt werden muss. Nicht alle Waldbesitzer*innen verfügen über ausreichende Finanzreserven um die Verluste zu kompensieren. So besteht die Gefahr, dass Eigentürmer*innen sich gezwungen sehen aufzugeben, wenn keine ansprechenden Zukunfts- und Förderprogramme auferlegt werden. Wir laufen damit Gefahr, dass diese Waldflächen umgewidmet werden, so wie damals nach dem Sturm Kyrill, als es zu einer Umnutzung der Waldflächen zu Weihnachtsbaumplantagen gekommen ist. Dem muss die Landesregierung unbedingt vorbeugen.

 

Hier geht es zu unserem Entschließungsantrag: https://gruene-fraktion-nrw.de/fileadmin/user_upload/ltf/Drucksachen/Antraege/17._WP/EA_17-4346_Waldschaeden.pdf

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