Nach der illegalen Ablagerung giftiger Ölpellets: Wie geht es weiter mit der Tongrube Mühlenberg in Hünxe?

Jährlich fallen rund 30.000 Tonnen sogenannter Ruß-Öl-Pellets bei der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen an. Diese gelten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe Nickel und Vanadium als äußerst umweltgefährdend und krebserregend. Die Ruß-Öl-Pellets werden seit 1972 überwiegend in dem nahegelegenen Kraftwerk in Scholven verbrannt.

Bis zum Jahr 2010 wurden die Pellets auf diesem Weg entsorgt, bis eine Verbrennung aufgrund von Grenzwertüberschreitungen für Vanadium und mangelnder Abnahmekapazitäten nicht mehr im bisherigen Umfang möglich war. Anschließend soll die zur BP gehörende Firma Ruhr Oel eine Task Force gebildet haben, deren Aufgabe es war, neue Entsorgungswege für die Pellets zu erschließen. In Folge einer Umwandlung des Abfalls zum Produkt kam es zur illegalen Ablagerung der Ölpellets in einer ehemaligen Tongrube in Hünxe/Schermbeck.

Die Tongrube wurde 1997 gemäß Abgrabungsrecht von der Bezirksregierung Düsseldorf erstmalig genehmigt, war jedoch nie für die Deponierung gefährlicher Abfälle geplant. Eine Genehmigung gemäß DeponieV ist folglich nicht bekannt.

Aufgrund ihrer Toxizität sind die bei BP in Scholven erzeugten Ölpellets als gefährlicher Abfall eingestuft und daher nicht für die Wiederverfüllung einer Tongrube zugelassen. Nach Bekanntwerden der illegalen Deponierung in der Tongrube Mühlenberg hat die Betreiberfirma zwei Gutachten in Auftrag gegeben, um den Verbleib der Ölpellets in der Grube zu prüfen. Diese Gutachten der Unternehmen Asmus und Prabucki sowie der Firma ahu kommen zu dem Schluss, dass die Belastung der Umwelt durch das erneute Freilegen und Transportieren sehr viel größer wäre als die Gefährdung, die von dem in der Tongrube eingelagerten Material ausgeht. Demnach empfehlen diese Gutachten, dass die Ölpellets in der Tongrube verbleiben. Dem stehen allerdings die Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner gegenüber, die durch diese Schaffung von Ewigkeitslasten langfristig eine Gefährdung ihrer Gesundheit und der Umwelt insgesamt befürchten.

Hier geht es zu meiner kleinen Anfrage an die Landesregierung:
https://gruene-fraktion-nrw.de/fileadmin/user_upload/ltf/Drucksachen/Anfragen/17._WP/Anfrage_17-4379_Giftige_Pellets_Huenxe.pdf

One thought on “Nach der illegalen Ablagerung giftiger Ölpellets: Wie geht es weiter mit der Tongrube Mühlenberg in Hünxe?

  1. Sehr geehrter Herr Rüße,
    in der WAZ vom 05.01.2019 lese ich gerade den Artikel über die illegal entsorgten Ölpellets in der Tongrube in Hünxe, die jetzt in der Tongrube verbleiben sollen. Sie werden in dem Artikel zitiert:

    „Es ist äußerst unbefriedigend, dass die illegal entsorgten Ölpellets der Firma BP im Boden bleiben sollen und somit nicht fachgerecht entsorgt werden“

    Warum geben Sie einfach so auf? 540.000€ Entsorgungskosten sind für die BP überhaupt kein Problem, aber die Politik will es sich offensichtlich nicht mit der BP verderben. In Leverkusen wird eine alte Deponie mit weitaus gefährlicheren Schadstoffen geöffnet, um die Fundamente für die Rheinbrücke Autobahn A1 bauen zu können. Die Kosten sind kein Problem, die Umweltbelastung durch die Öffnung der Deponie beherrschbar.

    Bei den Ölpellets in der Tongrube zucken die Politiker mit den Schultern und sagen so Sätze wie oben zitiert. Ich hatte gehofft, dass zumindest die Grünen ihr ureigenes Thema entdecken und entschlossen diesen Umweltskandal bekämpfen.

    Bitte überdenken Sie noch einmal Ihre Position, eine fachgerechte Entsorgung der Ölpellets auf Kosten der BP ist möglich. Es kann nicht sein, dass Umweltsünder einfach so davon kommen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan Junkereit

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