Tiere besser vor Stallbränden schützen

Große Stallbrände sind in NRW keine Seltenheit. Damit der gesetzlich eingeforderte Brandschutz für Tiere eingehalten wird, fordern wir auch in Stallanlagen vorbeugende Brandschutzmaßnahmen.

Allein dieses Jahr haben sich in Nordrhein-Westfalen bereits zahlreiche Stallbrände zugetragen. Der bisher größte Brand ereignete sich in der Stadt Rheine, bei dem in einem Schweinemastbetrieb 8.000 Tiere qualvoll ums Leben kamen und Schäden in Millionenhöhe entstanden sind. In Recke ist ein Stall völlig ausgebrannt – 800 Ferkel und 40 Sauen verendeten, der Schaden belief sich auf 500.000 Euro.

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Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände erhalten!

Das gesetzliche Klagerecht für anerkannte Tierschutzverbände läuft Ende des Jahres aus. Bislang ist zu befürchten, das Schwarz-Gelb das Gesetz weder verlängern noch weiterentwickeln wird. Mit unserem Gesetzentwurf soll das Gesetz um ein weiteres Jahr verlängert werden.
Tieren eine Stimme geben – unter dieser Prämisse hat die damalige rot-grüne Mehrheit in NRW als erstes Bundesland 2013 das Gesetz über das Verbandsklage- und Mitwirkungsrecht für Tierschutzorganisationen (TierschutzVMG NRW) beschlossen.
Damit wurden anerkannten Tierschutzverbänden ermöglicht, bei massiven Verstößen gegen den Tierschutz vor Gericht klagen zu können, d.h. es war nun möglich die Interessen des Tierschutzes zu vertreten und vor dem Verwaltungsgericht eine Anfechtungs- und Verpflichtungsklage zu erheben.
Das mit dem Klagerecht verbundene Akteneinsichts- und Informationsrecht erwies sich oftmals als ausreichend, um eine tierschutzgerechte Einigung im Vorfeld einer möglichen Klage zu erzielen. Damit wurde die oftmals bestehende Intransparenz der Veterinärämter gegenüber den Tierschützer*innen beendet und auch die von Kritiker*innen im Vorfeld befürchtete „Klagewelle“ blieb aus.

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Zukunftsfähige Tierhaltung gelingt nur mit mehr Tierschutz!

Die GRÜNE Fraktion im Landtag NRW hat eine Große Anfrage zum Thema „Tierhaltung und Tierschutz in Nordrhein-Westfalen“ an die Landesregierung gestellt. Dazu erklärt Norwich Rüße, Sprecher für Landwirtschaft, Naturschutz und Tierschutz:

„Nordrhein-Westfalen ist einer der größten Standorte für die Nutztierhaltung in Deutschland und Europa. Doch unter den gegenwärtigen Zuständen in der Intensivtierhaltung leiden oftmals die Tiere. Hohe Belegdichte, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten oder zootechnische Eingriffe wie das Kupieren von Schwänzen führen immer wieder zu Schmerzen, Krankheiten und Stress. Nicht zuletzt die erschreckenden Bilder von verletzten Schweinen auf dem Familienbetrieb der ehemaligen Landwirtschaftsministerin machen deutlich, dass es ein strukturelles Problem in der Tierhaltung gibt. Contine reading

„Es gibt kein Gesetz, zu dem wir in den letzten Jahren so viele Gespräche mit Betroffenen geführt haben….“ Rede zur Volksinitiative zum Jagdgesetz in NRW

Norwich_26042013Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Heute ist erneut das Landesjagdgesetz Thema hier im Plenum. Die Volksinitiative hat das erreicht, und natürlich sind wir Grünen gern bereit, heute noch einmal über das Jagdgesetz zu diskutieren. Dazu waren wir von Anfang an bereit.

Wir haben mit allen Akteuren gesprochen, die dieses Landesjagdgesetz betrifft. Wir haben mit dem Landesjagdverband gesprochen, wir haben mit dem Verband der Eigenjagdbesitzer gesprochen, mit dem Grundbesitzerverband, mit den Berufsjägern, wir haben mit den Hundezüchtern gesprochen, wir haben wir mit den Bauernverbänden gesprochen, wir haben mit den Naturschützern gesprochen, wir haben auch mit dem Tierschutz gesprochen. Es gibt kein Gesetz, zu dem wir in den letzten Jahren so viele Gespräche mit Betroffenen geführt haben wie zu diesem Gesetz. Kein anderes Gesetz haben wir so lange beraten. Contine reading

Zukunftsfähige Landwirtschaft

OstendorffPorträt_Norwich_2012Von Friedrich Ostendorff und Norwich Rüße

Jede/r von uns möchte frische und sichere Lebensmittel auf dem Tisch haben. Noch besser ist es, wenn sie außerdem aus der Region stammen und nach ökologischen oder artgerechten Kriterien erzeugt wurden, weil wir davon ausgehen können, dass die Umwelt und die Tiere dafür weniger belastet wurden. So stellt z.B. die Milch von der Kuh auf der Weide für uns ein kulturell eingeprägtes Sinnbild für ein gut erzeugtes Lebensmittel dar. Dieses Bild löst gleichzeitig in uns ein Gefühl von Vertrautheit und Vertrauen aus. Schöne heile (Land-)Welt – aber wie lange noch? Contine reading

„Geboren“ oder doch nur „Aufgezogen“? – Vom Täuschen und Tarnen in der Schweinebranche

FerkelherkunftIn Deutschland werden Jahr für Jahr knapp 30 Mio. Schweine gemästet. Davon wurden etwa 75% in Deutschland geboren. Jedes vierte „deutsche“ Schwein ist keines, sondern wurde als Ferkel aus den Niederlanden oder aus Dänemark importiert. Seit Anfang April müssen die Schweinemäster nun bei jeder Lieferung an den Schlachthof angeben, woher die Ferkel stammen. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr VerbraucherInnen wissen wollen, wie die Tiere gehalten wurden und woher sie kommen, ist das ein Problem für die Fleischbranche. Aber genauso, wie sich die Branche dagegen wehrt, Fleisch endlich eindeutig nach Haltungsformen zu kennzeichnen – ähnlich wie wir es von Eiern kennen -, so verweigert man klare Auskünfte über die Herkunft der Schlachtschweine.
Erwarten würde man nämlich, dass Schlachtschweine aus dänischen Ferkelherkünften  so gekennzeichnet werden: „geboren: DK, gemästet: D“ und Schweine, die in Deutschland geboren und gemästet wurden, so: „geboren: D, gemästet: D“. Wäre die Kennzeichung so eindeutig, würde das aber vermutlich zu unangenehmen Fragen – z.B. hinsichtlich der Ferkeltransporte – führen. Contine reading

Zur Zukunft der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung – ein Rückblick auf eine Veranstaltung auf Haus Düsse

hausduesse_15062015Die Halle auf Haus Düsse war rappelvoll – etwa 400 Landwirtinnen und Landwirte waren auf Einladung des Landwirtschaftsministeriums und der Landwirtschaftskammer gekommen, um über das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik (WBA) über die landwirtschaftliche Nutztierhaltung zu diskutieren. Dass so viele der Einladung gefolgt sind, zeigt, wie sehr diese Frage der Landwirtschaft unter den Nägeln brennt. Genau aus diesem Grund hatte ich auch gemeinsam mit Friedrich Ostendorff diese Veranstaltung angeregt. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs über die weitere Entwicklung der Tierhaltung. Und dazu gehört meines Erachtens auch, dass sich die Landwirtschaft an dieser Stelle intensiv einbringt. Hier wurden meine Hoffnungen gestern allerdings absolut enttäuscht. Der „Auftritt“ des Vorsitzenden des sogenannten Veredlungsausschusses des WLV, Herr Beringmeier, war bezeichnend. Contine reading

Die agroindustrielle Schweinehaltung ist aus dem Ruder gelaufen

– Ein Kommentar zur ARD-Sendung „Deutschlands Ferkelfabriken“-

Sau_und_Ferkel_by_wolfish_pixelioEinmal mehr greift eine Fernsehsendung die Zustände in der sogenannten Ferkelproduktion auf und schildert, wie dort mit den Tieren umgegangen wird. In der Sendung „Deutschlands Ferkelfabriken“ war zu sehen, wie Mitarbeiter zu kleine, schwache Ferkel gegen eine Wand schlagen, um sie so zu töten. Einmal mehr im Mittelpunkt der Berichterstattung war die Sauenhaltung des Niederländers Adrian Straathof, der in Ostdeutschland mittlerweile über einen gigantischen Schweinebestand verfügt. Aber auch klassische, auf die Ferkelproduktion spezialisierte Familienbetriebe wurden gezeigt, die genauso mit den kleinen Ferkeln umgingen. Contine reading

Haustierabschuss ist von vorgestern, lieber Landesjagdverband!

Hochsitz_by_Dieter Schütz_pixelio.deNoch einmal hat sich der Landesjagdverband für das seiner Meinung nach so „bewährte“ Landesjagdgesetz stark gemacht. Kurz vor dem Landesjägertag in Köln gab es noch eine Pressekonferenz im Düsseldorfer Landtag, wo der Präsident des Verbandes eindringlich alles verteidigte, was viele Menschen in Nordrhein-Westfalen deutlich in Frage stellen: Ob die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren, ob der Abschuss von Haustieren durch Jäger, ob die Fallenjagd oder die Kirrung/Fütterung – alles das ist aus Sicht des Jagdverbandes natürlich unverzichtbar.
Insbesondere der Haustierabschuss ist dabei seit langem extrem umstritten, weil immer wieder vor allem Katzen abgeschossen werden, die nur den Fehler gemacht haben, sich weiter als 200 Meter vom Wohnhaus ihres Besitzers zu entfernen. Contine reading

Der Ringelschwanz bleibt dran – Durchbruch für den Tierschutz!

Ferkel_Rolf_Handke_pixelio.deDie gemeinsame Vereinbarung zwischen dem nordrhein-westfälischen Agrarministerium und den Landwirtschaftsverbänden WLV und RLV hat es in sich. Denn nun geht es an die konkrete Umsetzung der Tatsache, dass das Schwänzekupieren nach europäischer Vorschrift schon länger nicht mehr als Standardeingriff bei Ferkeln vorgenommen werden darf. Dabei kommt diese Vereinbarung nicht überraschend, denn schon vor drei Jahren hat das Ministerium in einem Erlass darauf hingewiesen, dass das regelmäßige Kupieren der Schwänze nicht den europäischen Vorschriften entspricht. Innerhalb von zwei Jahren will die Branche nun bereit dafür sein, dass in den Schweineställen in NRW die Mastferkel mit Ringelschwanz aufgestallt werden können, ohne dass es dann zum Schwanzbeißen kommt. Das bedeutet einen Durchbruch für den Tierschutz, denn NRW ist mit ungefähr 12,5 Mio. jährlich gemästeten Schweinen eine Hochburg der Schweinehaltung. Contine reading