Grüne Bauern und bäuerliche Grüne

Zusammen mit Friedrich Ostendorff MdB habe ich dieses Papier geschrieben, mit dem wir den Fokus grüner Agrarpolitik gleichberechtigt auf Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie auf den Erhalt einer bäuerlichen Landwirtschaft legen wollen:

Der Dürresommer 2018 hat die Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft breit in die Öffentlichkeit getragen und die grün-interne Debatte zusätzlich angeheizt. Während die akuten Dürrehilfen nahezu einhellig befürwortet wurden, was eine bemerkenswerte grüne Solidarität mit den Bäuerinnen und Bauern dokumentiert, wird über die politischen Konsequenzen aus dem Dürresommer heftig gestritten. Ist die Landwirtschaft vor allem Leidtragende des Klimawandels und braucht daher langfristig gesellschaftliche Unterstützung? Ist die Landwirtschaft mit ihren Äckern, Weiden und Viehbeständen der Schlüssel, um den Klimawandel zu bremsen und braucht daher eine umfassende Umbauförderung? Oder ist die Landwirtschaft vor allem Mitverursacherin des Klimawandels und muss einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten? Contine reading

Zukunftsfähige Tierhaltung gelingt nur mit mehr Tierschutz!

Die GRÜNE Fraktion im Landtag NRW hat eine Große Anfrage zum Thema „Tierhaltung und Tierschutz in Nordrhein-Westfalen“ an die Landesregierung gestellt. Dazu erklärt Norwich Rüße, Sprecher für Landwirtschaft, Naturschutz und Tierschutz:

„Nordrhein-Westfalen ist einer der größten Standorte für die Nutztierhaltung in Deutschland und Europa. Doch unter den gegenwärtigen Zuständen in der Intensivtierhaltung leiden oftmals die Tiere. Hohe Belegdichte, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten oder zootechnische Eingriffe wie das Kupieren von Schwänzen führen immer wieder zu Schmerzen, Krankheiten und Stress. Nicht zuletzt die erschreckenden Bilder von verletzten Schweinen auf dem Familienbetrieb der ehemaligen Landwirtschaftsministerin machen deutlich, dass es ein strukturelles Problem in der Tierhaltung gibt. Contine reading

7. Runder Tisch: Positionspapier zur Tierhaltung verabschiedet!

Norwich_Rüße_2010Auf Einladung des agrarpolitischen Sprechers der Grünen Landtagsfraktion, Norwich Rüße, treffen sich seit 2012 regelmäßig Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft, Bürgerinitiativen, Naturschutz, Politik und Verbänden, um über notwendige Reformschritte in der Agrarpolitik zu diskutieren. Ziel der Runde war und ist die Agrarwende hin zu einer tiergerechten und naturnahen Landwirtschaft. Beim siebten Treffen des „Runden Tisches“ in dieser Legislaturperiode wurde ein gemeinsames Sieben-Punkte-Papier verabschiedet, dass Veränderungen in der Tierhaltung einfordert.

Dazu erklärt Norwich Rüße MdL: „Das Positionspapier des runden Tisches gegen Massentierhaltung formuliert klare Forderungen, wie sich die Tierhaltung in Zukunft entwickeln soll. Contine reading

Energieerzeugung aus Biogas nachhaltig und naturverträglich gestalten!

BiogasanlageBiogasanlagen gehören mittlerweile zu den umstrittensten Bereichen der Erneuerbaren Energien. In diesem Zusammenhang kommt deutliche Kritik sowohl aus der Landwirtschaft als auch aus dem Naturschutz. Der von der CDU-Landtagsfraktion gestellte Antrag „Zuverlässige Biogasenergiequellen im ländlichen Raum erhalten“ (Lt-Drs. 16/11435) greift nach meiner Ansicht viel zu kurz:

Unter den Betreibern älterer Biogasanlagen herrscht derzeit eine erhebliche Verunsicherung, ob ihre Anlagen über das Jahr 2020 hinaus noch eine Perspektive haben werden. Alleinige Ursache dafür ist das Nichthandeln der Bundesregierung, die die Landwirte einfach hängen lässt. Contine reading

Zur Zukunft der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung – ein Rückblick auf eine Veranstaltung auf Haus Düsse

hausduesse_15062015Die Halle auf Haus Düsse war rappelvoll – etwa 400 Landwirtinnen und Landwirte waren auf Einladung des Landwirtschaftsministeriums und der Landwirtschaftskammer gekommen, um über das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik (WBA) über die landwirtschaftliche Nutztierhaltung zu diskutieren. Dass so viele der Einladung gefolgt sind, zeigt, wie sehr diese Frage der Landwirtschaft unter den Nägeln brennt. Genau aus diesem Grund hatte ich auch gemeinsam mit Friedrich Ostendorff diese Veranstaltung angeregt. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs über die weitere Entwicklung der Tierhaltung. Und dazu gehört meines Erachtens auch, dass sich die Landwirtschaft an dieser Stelle intensiv einbringt. Hier wurden meine Hoffnungen gestern allerdings absolut enttäuscht. Der „Auftritt“ des Vorsitzenden des sogenannten Veredlungsausschusses des WLV, Herr Beringmeier, war bezeichnend. Contine reading

Von Kuhfladen, Spaltenböden und Sachkundenachweisen….

Acker_Erich Westendarp_pixelio.deAn dieser Stelle eine Diskussion über Veränderungen in der Landwirtschaft aus Gründen des Naturschutzes und des Trinkwasserschutzes. Ganz unten der ursprüngliche Artikel, dann ein Leserbrief dazu und dann meine – in der Zeitung leider gekürzte-  Antwort darauf. Mit Sicherheit werden wir intensiv darauf drängen, dass sich endlich in den Veredlungsregionen die Nitratwerte deutlich verbessern. Das kann – dies habe ich auch in dem Interview deutlich gesagt – über freiwillige Maßnahmen erfolgen, muss aber anscheinend auch von der Gesetzgebung flankiert werden. Auf alle Fälle können wir es uns nicht erlauben, nochmals zwei Jahrzehnte Stillstand in dieser für unser Wasser und die Natur so wichtigen Frage zu produzieren. Contine reading

„Wir haben recht und alle anderen sind doof!“ Warum eine Demonstration gegen eine Demonstration manchmal falsch ist

Demo_Berlin_2014_by_Die_AuslöserNachdem alles Schlechtreden in den letzten Jahren nichts genutzt hat und die Demonstration „Wir haben es satt!“ regelmäßig zur Grünen Woche in Berlin mehrere Zehntausende Menschen auf die Straße bringt, die sich gegen Massentierhaltung und für eine bäuerliche Landwirtschaft aussprechen, war das zu erwarten.
Erstmals soll es eine Gegendemonstration geben, die – wie einfallsreich – unter dem Motto „Wir machen Euch satt“ stattfinden soll.
Das gewählte Motto ist allerdings nur auf den ersten Blick sinnhaft. In Wirklichkeit verzerrt es aber komplett die Realität und eigentlich auch den agrarpolitischen Anspruch des Bauernverbandes.
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Antibiotika-Einsatz in der Putenmast gefährdet Mensch und Tier!

Putenhaltung_by_uschi dreiucker_pixelio.deWenn fast 93 Prozent aller Tiere mit Antibiotika behandelt werden müssen und 10 Prozent der Truthähne während der Mast sterben, dann sind die Haltungsbedingungen der Putenmast in Nordrhein-Westfalen vollkommen inakzeptabel. Die Studie des Umweltministers zeigt, dass die bisherigen freiwilligen Vereinbarungen der Putenmäster unzureichend sind. Als wichtigsten Schritt brauchen wir jetzt eine drastische Reduzierung der Besatzdichte. Notwendig ist auch, die Betreuungsintensität zu verbessern und eine Mast in kleineren Einheiten, damit eine gezielte Behandlung der kranken Tiere möglich ist. Contine reading

Die agroindustrielle Schweinehaltung ist aus dem Ruder gelaufen

– Ein Kommentar zur ARD-Sendung „Deutschlands Ferkelfabriken“-

Sau_und_Ferkel_by_wolfish_pixelioEinmal mehr greift eine Fernsehsendung die Zustände in der sogenannten Ferkelproduktion auf und schildert, wie dort mit den Tieren umgegangen wird. In der Sendung „Deutschlands Ferkelfabriken“ war zu sehen, wie Mitarbeiter zu kleine, schwache Ferkel gegen eine Wand schlagen, um sie so zu töten. Einmal mehr im Mittelpunkt der Berichterstattung war die Sauenhaltung des Niederländers Adrian Straathof, der in Ostdeutschland mittlerweile über einen gigantischen Schweinebestand verfügt. Aber auch klassische, auf die Ferkelproduktion spezialisierte Familienbetriebe wurden gezeigt, die genauso mit den kleinen Ferkeln umgingen. Contine reading

Neuregelung der Tierkörperbeseitigung stärkt bäuerliche Landwirtschaft und entlastet kommunale Kassen!

Schweine_by_Stefan Schwarz_pixelio

In Nordrhein-Westfalen wird das Gesetz zur Änderung des Ausführungsgesetzes zum Tierseuchengesetz und zum Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz novelliert. Hinter diesem Wortungetüm versteckt sich eine millionenschwere Subventionierung der intensiven Viehhaltung. Denn in diesem Gesetz wurde bisher geregelt, dass in NRW die Tierhalter nur etwa 10 Prozent der Kosten für die Tierkörperbeseitigung zahlen, die restlichen 90 Prozent zahlen die Kommunen. Selbst im Fall einer sogenannten Havarie, wenn beispielsweise durch einen Brand oder durch Versagen der Lüftungen ein kompletter Tierbestand getötet wurde, trägt bisher die Kommunen bislang den Großteil der Kosten. Contine reading