Grüne Bauern und bäuerliche Grüne

Zusammen mit Friedrich Ostendorff MdB habe ich dieses Papier geschrieben, mit dem wir den Fokus grüner Agrarpolitik gleichberechtigt auf Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie auf den Erhalt einer bäuerlichen Landwirtschaft legen wollen:

Der Dürresommer 2018 hat die Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft breit in die Öffentlichkeit getragen und die grün-interne Debatte zusätzlich angeheizt. Während die akuten Dürrehilfen nahezu einhellig befürwortet wurden, was eine bemerkenswerte grüne Solidarität mit den Bäuerinnen und Bauern dokumentiert, wird über die politischen Konsequenzen aus dem Dürresommer heftig gestritten. Ist die Landwirtschaft vor allem Leidtragende des Klimawandels und braucht daher langfristig gesellschaftliche Unterstützung? Ist die Landwirtschaft mit ihren Äckern, Weiden und Viehbeständen der Schlüssel, um den Klimawandel zu bremsen und braucht daher eine umfassende Umbauförderung? Oder ist die Landwirtschaft vor allem Mitverursacherin des Klimawandels und muss einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten? Contine reading

„Aktuelle Zahlen zur Artenvielfalt müssen Ansporn sein“ – Drei Fragen an Norwich Rüße

4.300 Tier- und Pflanzenarten in NRW sind gefährdet oder extrem selten. Rebhuhn, Grauammer oder Kiebitz – laut der jetzt vorgelegten 10-Jahres-Bilanz zum Zustand der Natur hat zum Beispiel ihr Bestand erneut stark abgenommen. Trotz einiger erfreulicher Entwicklungen, wie gestiegenen Zahlen bei Uhus und Wanderfalken, zeigt der Bericht, dass es noch viel zu tun gibt. Norwich Rüße zu den aktuellen Daten und dem Anspruch an die neue Umwelt- und Naturschutzministerin.

1. Das Landesamt für Naturschutz hat jetzt den Bericht zum Biodiversitätsmonitoring vorlegt – was genau verbirgt sich hinter dieser Analyse?

Norwich Rüße: Der aktuelle Bericht „Daten zur Natur NRW“ des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz dokumentiert die Entwicklungen und Veränderungen unserer Natur in NRW in den vergangenen zehn Jahren. Contine reading

„Regional und Bio nicht gegeneinander ausspielen, sondern kombinieren“

Norwich_26042013Nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftung, artgerechte Tierhaltung sowie hochwertige Lebensmittel: Das zeichnet den Ökolandbau aus. Wie auf einem Bio-Hof gearbeitet und Bio-Lebensmittel erzeugt werden, zeigen aktuell die Aktionstage Ökolandbau in NRW, an denen sich über 60 Bio-Höfe und Bio-Gartenbaubetriebe beteiligen. Trotz zunehmender Bedeutung des Ökolandbaus ist seine Zukunft in NRW ungewiss, befürchtet Norwich Rüße, Sprecher für Landwirtschaft, Naturschutz und Tierschutz der GRÜNEN Landtagsfraktion.

1. In den letzten Jahren hat die rot-grüne Landesregierung den Ökolandbau auf vielfältige Weise gefördert. Wie schätzt Du die Zukunft des Ökolandbaus in NRW unter der neuen Landesregierung ein? Contine reading

7. Runder Tisch: Positionspapier zur Tierhaltung verabschiedet!

Norwich_Rüße_2010Auf Einladung des agrarpolitischen Sprechers der Grünen Landtagsfraktion, Norwich Rüße, treffen sich seit 2012 regelmäßig Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft, Bürgerinitiativen, Naturschutz, Politik und Verbänden, um über notwendige Reformschritte in der Agrarpolitik zu diskutieren. Ziel der Runde war und ist die Agrarwende hin zu einer tiergerechten und naturnahen Landwirtschaft. Beim siebten Treffen des „Runden Tisches“ in dieser Legislaturperiode wurde ein gemeinsames Sieben-Punkte-Papier verabschiedet, dass Veränderungen in der Tierhaltung einfordert.

Dazu erklärt Norwich Rüße MdL: „Das Positionspapier des runden Tisches gegen Massentierhaltung formuliert klare Forderungen, wie sich die Tierhaltung in Zukunft entwickeln soll. Contine reading

Bundesprogramm Zugang zu Land: Chancen für neue Betriebe eröffnen!

Norwich_Rüße_2010Ostendorffm_heubuch„Deutschland erlebt seit einigen Jahren Preissteigerungen am landwirtschaftlichen Bodenmarkt in bedrohlichem Ausmaß. Die Kaufpreise für landwirtschaftliche Flächen haben sich in den letzten zehn Jahren im bundesw eiten Durchschnitt verdoppelt, in den neuen Bundesländern verdreifacht. Auch Pachtpreise steigen in ungeahnte Höhen. Allein von 2010 bis 2013 sind die Preise für Neuverpachtungen in Deutschland im Durchschnitt um 32 Prozent gestiegen. In Veredelungsgebieten und im Einzugsgebiet von Biogasanlagen werden Pachtpreise weit jenseits einer normalen wirtschaftlichen Rentabilität aufgerufen.
Diese Entwicklung bedroht in vielen Regionen die Wirtschaftlichkeit und Existenz kleinerer und mittlerer bäuerlicher Betriebe. […]
Es ist Aufgabe der Politik, dem weiteren Verlust kleiner und mittlerer bäuerlicher Betriebe entgegenzuwirken und Betriebsneugründungen zu fördern. Dafür ist es unter anderem notwendig, die Bedingungen und Chancen für Betriebsneugründungen und eine außerfamiliäre Betriebsnachfolge zu verbessern.“
(Auszug aus dem Papier „Bundesprogramm Zugang zu Land: Chancen für neue Betriebe eröffnen“)

Vor diesem Hintergrund erklären die Verfasser des Papiers „Bundesprogramm Zugang zu Land: Chancen für neue Betriebe eröffnen“  Friedrich OSTENDORFF, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Norwich RÜSSE, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Naturschutz und Landwirtschaft der Landtagsfraktion Bündnis90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen und Maria HEUBUCH, Mitglied im Entwicklungsausschuss und stellvertretendes Mitglied im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments, Fraktion Die Grünen/EFA: Contine reading

Die gemeinsame Agrarpolitik in Europa – neue Perspektiven für die Landwirtschaft schaffen!

OstendorffNorwich_Rüße_2010Grüne AgrarsprecherInnen aus Bund und Ländern legen ein gemeinsames Positions- und Forderungspapier vor und verlangen die Neugestaltung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft in ihrer großen und regionalen Vielfalt und als Rückgrat des ländlichen Raums.

Zur Neugestaltung der GAP nach 2020 erklären Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen, Norwich Rüße, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Sprecher für Naturschutz und Landwirtschaft der Landtagsfraktion Bündnis90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen, Gisela Sengl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Agrarpolitik der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Bayern, Bernd Voß, Sprecher für Europa, Verbraucher und Landwirtschaft der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Schleswig-Holstein, Martina Feldmayer, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Landwirtschaft, Wald, Gentechnik, Verbraucherschutz, Wohnungspolitik und Kultur der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Hessen, Wolfram Günther, Sprecher für Agrarpolitik der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen, Dorothea Frederking, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Agrarpolitik der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt, Martina Braun, Sprecherin ländlicher Raum der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Baden-Württemberg und Martin Hahn, Sprecher für Agrarpolitik der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen im Baden-Württembergischen Landtag:

Der ländliche Raum mit seinen Kulturlandschaften ist die Heimat zahlreicher Menschen in Europa. Die bäuerliche und regionaltypische Landwirtschaft in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit ist das Rückgrat der ländlichen Räume. Nach wie vor geben jedoch jedes Jahr zu viele bäuerliche Betriebe auf. Dieser Verlust gefährdet Umwelt und Diversität, ein nachhaltiges, regionales Wirtschaften und die gesellschaftliche Stabilität in den ländlichen Räumen in ganz Europa. Contine reading

Gewässerrandstreifen werden weiter gefördert – aber Wasserqualität muss sich endlich bessern!

Norwich_Rüße_2010Wiederholt haben mich in den letzten Wochen Landwirte aus dem Kreis Steinfurt auf den zukünftigen Umgang mit den Gewässerrandstreifen angesprochen. Das breite Spektrum der Fragen bezog sich unter anderem darauf, ob es zukünftige Förderungsmöglichkeiten für Gewässerrandstreifen durch das Land geben werde oder ob denn ab dem nächsten Jahr der Randstreifen überall zwangsweise durchgesetzt werde?
Anlass dieser Fragestellungen ist das neue Landeswassergesetz, das im kommenden Jahr in Kraft tritt. Der Landtag hat darin auch eine Neuregelung zu den Gewässerrandstreifen getroffen. Contine reading

Wenn Vorurteile die Urteilsfähigkeit beeinträchtigen…..

Porträt_Norwich_2012Die Frage, was gute Zeitungsartikel oder Blogbeiträge kennzeichnet, ist eigentlich klar: Sie thematisieren etwas, was das Interesse der Leser weckt und informieren möglichst umfassend und ausgewogen. Leider haben sich die Zeiten geändert und viele schreiben, bevor sie ordentlich recherchiert haben – ja, manchmal wird – so scheint es zumindest – das Denken während des Schreibprozesses mehr oder weniger nahezu komplett eingestellt. Und das vermutlich deshalb, weil es den AutorInnen nicht wirklich darum geht, zum Nachdenken anzuregen, sondern man sich seine eigenen Vorurteile bestätigen und diese als Wahrheiten in die Welt hinausposaunen möchte.
Genau so ein Blogbeitrag ist mir jetzt über den Weg gelaufen. Er beschäftigt sich interessanterweise mit mir selbst und deshalb halte ich es auch für notwendig, ein paar Worte dazu zu schreiben. Im Kern geht es der Autorin in ihrem Blog darum, am Beispiel der grünen Abgeordneten Martin Häusling, Friedrich Ostendorff und mir zu belegen, wie schlecht der Biolandbau eigentlich ist. Contine reading

Monsanto-Übernahme ist ein Deal gegen Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschaft

cropped-Norwich_Ruesse_Großflaeche.jpgMit der Übernahme von Monsanto wird Bayer die unumstrittene Nr. 1 in der Agrochemiebranche. Die Leidtragenden dieser Übernahme sind eindeutig die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die landwirtschaftlichen Betriebe. Wie kein anderes Unternehmen steht Monsanto für die skrupellose Ausnutzung seiner Marktmacht und für die Industrialisierung der Landwirtschaft. Contine reading

Ökolandbau boomt – ein gutes Zeichen für die Natur!

norwich_1„Genießen, feiern und informieren“ – unter diesem Motto finden jetzt wieder die Aktionstage Ökolandbau in NRW statt. Noch bis zum 11. September öffnen zum Beispiel zahlreiche Bio-Bauernhöfe ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Durch besonders schonendes Wirtschaften und artgerechte Tierhaltung leistet der Ökolandbau einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz und versorgt die Verbraucher*innen mit hochwertigen Lebensmitteln. Und nach einer längeren Durststrecke boomt der Ökolandbau wieder in Deutschland. Allein in NRW beantragten 2016 rund 220 Betriebe eine Umstellungsförderung. In den anderen Bundesländern ist die Entwicklung durchaus ähnlich. Die Agrarpolitik der Grünen Landesagrarminister trägt endlich Früchte: Contine reading