Landeshaushalt 2018 – Eine verpasste Chance für Natur, Umwelt und Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen

In meiner Rede zum Haushalt 2018 habe ich den Umbau des Umweltministeriums – der zu einer eindeutigen Schwächung geführt hat – kritisiert. Klar wird aus allen bisherigen Reden der Ministerin im Ausschuss und im Plenum, dass es keine konkrete Idee gibt, wie die großen aktuellen Probleme – Artensterben, Umweltbelastungen, Perspektiven des Ländlichen Raumes, Höfesterben – angegangen werden sollen? Für etliche große Themen hat das Ministerium die Kompetenzen abgegeben – so für den Ländlichen Raum als Querschnittsaufgabe und für den Klimaschutz.
Deutlich ist auch, dass es keine Augenhöhe und damit auch keine Balance mehr zwischen Ökonomie und Ökologie in Nordrhein-Westfalen gibt. Der Wirtschaftsminister gibt den Takt vor, die Umweltministerin darf – wenn überhaupt – ein wenig Begleitmusik im Hintergrund machen! Das sind keine guten Aussichten für Natur und Umwelt in NRW – und langfristig auch nicht für eine nachhaltige Landwirtschaft!

Von Kastenständen und klaren Worten…..

Porträt_Norwich_2012Da war ich doch sehr über die Berichterstattung des Landwirtschaftlichen Wochenblatts überrascht. Auf einer Kreisverbandsversammlung des WLV in Paderborn habe ich mit Politikern von SPD und CDU sowie dem Kreisvorsitzenden über die landwirtschaftliche Tierhaltung diskutiert.
Das war eine intererssante und spannende Debatte, der Artikel gibt das überhaupt nicht wieder. Daher habe ich eine Stellungsnahme an das Wochenblatt gesendet (der Artikel findet sich weiter unten). Aus meiner Sicht ist es ärgerlich, dass neuerdings eine solche  Berichterstattung im Landwirtschaftlichen Wochenblatt vorkommt. Ich erinnere mich gut daran, dass ich mich bereits im September an die Redaktion gewandt habe, weil mir damals in einem Bericht unterstellt wurde, ich hätte auf dem Waldbauerntag härtere Regelungen für den Anbau von Weihnachtsbaumkulturen verlangt. Das Gegenteil war der Fall, ich hatte die neugetroffenen Regelungen als Beispiel für Kompromissfähigkeit dargestellt, weil wir den Anbauern tatsächlich sehr weit entgegen gekommen sind.
Ich finde eine Zeitschrift sollte sich darauf beschränken, guten Journalismus zu machen und interessante, informative Berichte zu schreiben. Und auch wenn das Wochenblatt zu einem Drittel dem WLV gehört, so sollte man der Versuchung widerstehen, auf eine solche Art und Weise Stimmungen zu beeinflussen.

Meine Stellungnahme
zum Artikel „Kastenstände verbieten?“,
Landwirtschaftliches Wochenblatt, 49/2015

Wenn ich mit Bauern über den weiteren Weg der Landwirtschaft und insbesondere der Tierhaltung diskutiere, dann ist es meine Art, die vorhandenen Probleme deutlich zu benennen. Ich bin für klare Worte, weil der Austausch von Nettigkeiten in der Sache nicht weiterhilft. Nebelkerzenwerfer gibt es schon genug in der Politik. Contine reading

Die Hofabgabeklausel – ein Relikt aus der Vergangenheit?

Die sogenannte Hofabgabeklausel beschäftigt mich nun seit drei Jahren intensiv. Diese Klausel besagt, dass Bauern ihren Hof an einen Nachfolger abgeben oder die Flächen verpachten müssen, wenn sie eine Rente aus der Landwirtschaftlichen Altersakasse haben wollen. Zuletzt gab es eine große Veranstaltung des Arbeitskreises Hofabgabeklausel, der ein Zusammenschluss von älteren Landwirten ist, die sich für eine Abschaffung derselben einsetzen. Contine reading

Die Grünen und der WLV-Kreisverbandstag

Keine Grünen auf dem Kreisverbandstag des WLV im Kreis Steinfurt? Weil wir dem Kreisvorsitzenden so sehr gefehlt haben, mussten wir doch mal erklären, warum wir den Abend lieber anders nutzen:

Da beschwert sich der Verbandsvorsitzende Johann Prümers, dass die Grünen nicht am Kreisverbandstag des Bauernverbandes teilgenommen haben. Uns überrrascht hingegen vielmehr, dass er tatsächlich den Anspruch hat, dass wir diese Versammlung besuchen. Contine reading

Dokumentation der Veranstaltung: „Grüne Politik für eine neue Tierhaltung von morgen“ am 03.11.2012 in Münster

neue_haltungIm November veranstalteten die Grüne Landtags- und Bundestagsfraktion in Münster die Konferenz „Grüne Politik für die Tierhaltung von morgen“, bei der wir zusammen mit über 150 TeilnehmerInnen Wege hin zu tiergerechteren Haltungsbedingungen in der Landwirtschaft diskutiert haben. Im Zentrum stand die Frage, wie eine tiergerechte, klima- und verbraucherfreundliche Landwirtschaft aussehen kann.

Alle Beiträge und Diskussionen sind in einer ausführlichen Dokumentation zusammengefasst, die Sie unter Dokumente & Downloads finden.

„Faire Milch“ – Faire Preise sind der erste Schritt!

Heute hat der Bund Deutscher Milchviehhalter in Köln die Produktreihe „Die faire Milch“ für NRW vorgestellt. In Bayern, Hessen und Baden-Württemberg wird die Milch, die in Supermärkten der REWE-Kette angeboten wird, bereits vertrieben. Ziel ist es, mit dem Preis der Milch den Bäuerinnen und Bauern ein ausreichendes Einkommen zu ermöglichen  und zugleich ohne Gentechnik zu produzieren und Wiesen und Weiden zu erhalten. Dazu erklärt Norwich Rüße MdL, landwirtschaftspolitischer Sprecher:

„Die zu viel niedrigen Milchpreise haben in den letzten Jahren immer wieder für Aufregung gesorgt. Eine eigenständige Vermarktung mit fairen Bedingungen für Verbraucherinnen und Verbraucher, Erzeugerinnen und Erzeugern und eine umweltschonende Produktion sind notwendige und richtige erste Schritte hin zum Erhalt einer bäuerlichen und regional geprägten Milchwirtschaft.

Wir Grüne unterstützen dabei ausdrücklich die Milchbauern in ihrem Vorhaben, gentechnikfrei und gesund zu produzieren. Wir wollen uns auch in Zukunft, mit der neu gewählten Landesregierung, dafür stark machen, dass auch kleine und mittlere Betriebe, nicht nur in der Milchwirtschaft, Zukunftschancen haben. Dieses Ziel erreichen wir nur mit fairen Preisen und einer nachhaltigen Bodenbewirtschaftung. Allein profitorientierte Großbetriebe sind da der falsche Ansatz.“

Mehr Infos unter: http://www.die-faire-milch.de

Unter Bauern ….

Im nachfolgenden ein Rückblick auf eine Veranstaltung des WLV Kreisverbandes Coesfeld in Dülmen. Mir hat es dort sehr gut gefallen und ich bin fest davon überzeugt, dass Grüne und Bauern sich viel zu sagen haben und zusammen auch viel erreichen könnten. Die Bauern dort zeigten sich gut informiert und es gab eine interessante Diskussion. Natürlich steht und fällt für die Bauern letztendlich alles mit der ökonomischen Seite. Ich glaube aber, dass sich Rücksicht auf Verbraucherwünsche und Umwelt einerseits und ökonomsicher Erfolg  andererseits nicht ausschließen.  Bäuerliche Landwirtschaft braucht das Vertrauen der  Gesellschaft, um existieren zu können und die Gesellschaft braucht verantwortungsbewusste Bauern, die Ethik, Ökonomie und Ökologie auf ihren Höfen zusammenbringen.

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Als Gast beim politischen Aschermittwoch der Grünen im Kreis Borken: Die Milch macht’s!

Kreis Borken. „Nur ein wenig verschüttete Milch“ hatten die Grünen provokant die Einladung zu ihrem ersten Politischen Aschermittwochs überschrieben, der knapp 50 Bürger gefolgt waren. Seit Jahren sei der Milchpreis unter Druck, sagte die Grünen Vorsitzende Welper gleich in ihrer Begrüßung und jeder Verbraucher könne sich vorstellen, was es „für einen Landwirt bedeute, sein Produkt weggießen zu müssen, um auf die eigene Notlage aufmerksam machen zu können“.

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Milchbauern wirklich unterstützen!

Es ist ja ein wenig ruhiger um die Milch und ihre Produzenten geworden. Das heißt aber noch lange nicht, dass es schon zu einer Verbesserung ihrer lage gekommen wäre. Aber jede ehrenamtliche Organisation – wie sie der Bundesverband der deutschen Milcherzeuger auch eine ist, braucht Phasen der Erholung, um neu Kraft zu sammeln und um dann wieder aktiv zu werden. Ich wünsche den Milchbauern weiterhin viel Energie und phantasievolle Aktionen, um auf die Probleme eines bäuerlichen Betriebszweiges der Landwirtschaft aufmerksam zu machen.

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