Wenn nicht jetzt, wann dann?! Über Fleisch, Klima, Tierwohl und Mehrwertsteuersätze

Auf manch eine Debatte in der Sommerzeit könnte man auch verzichten – doch diese ist längst überfällig! Denn die Frage, ob der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Fleisch überhaupt noch zeitgemäß ist, wird genau zur richtigen Zeit aufgeworfen. Eine Nachjustierung der Mehrwertsteuersätze wäre gut für den Tierschutz und auch ein wichtiges Signal, dass wir endlich klimapolitisch zu handeln bereit sind. Contine reading

Antibiotika-Einsatz in der Putenmast gefährdet Mensch und Tier!

Putenhaltung_by_uschi dreiucker_pixelio.deWenn fast 93 Prozent aller Tiere mit Antibiotika behandelt werden müssen und 10 Prozent der Truthähne während der Mast sterben, dann sind die Haltungsbedingungen der Putenmast in Nordrhein-Westfalen vollkommen inakzeptabel. Die Studie des Umweltministers zeigt, dass die bisherigen freiwilligen Vereinbarungen der Putenmäster unzureichend sind. Als wichtigsten Schritt brauchen wir jetzt eine drastische Reduzierung der Besatzdichte. Notwendig ist auch, die Betreuungsintensität zu verbessern und eine Mast in kleineren Einheiten, damit eine gezielte Behandlung der kranken Tiere möglich ist. Contine reading

„Veggie-Day“ – oder: wenn fleischessende PolitikerInnen hyperventilieren….

Norwich_26042013Nun ist sie mal wieder da – die Diskussion um den „Veggie-Day“. Um es gleich vorab zu sagen, ich bin kein Freund des vegetarischen Tages. Ich finde, wir brauchen keine politische Entscheidung darüber, ob Kantinen einmal in der Woche keine Fleischgerichte anbieten. Und was wir schon gar nicht brauchen, sind CDU-KatholikInnen und andere hypernervöse Fleischesser, die Angst davor haben, einmal in der Woche auf Fleisch verzichten zu müssen. Wie armselig müssen die eigenen Kochkünste sein, dass ein fleischloser Tag unvorstellbar erscheint? Contine reading

Gesetzliche Mindeststandards in der Putenhaltung

Mit unserem Antrag „Einführung rechtsverbindlicher Mindeststandards für die Putenhaltung“ an den nordrhein-westfälischen Landtag machen wir einen erneuten Vorstoß, die Haltungsbedingungen endlich gesetzlich zu regeln. Wir wollen das möglichst nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Europa muss die Durchsetzung selbst gesetzter Standards wie das Verbot des Schnabelkürzens stärker forcieren, um dem Tierschutz europaweit Geltung zu verschaffen.
Da die Umsetzung aber noch auf nationaler Ebene geschieht, wollen wir über eine Bundesratsinitiative endlich klare gesetzliche Mindeststandards gesetzt sehen, die unter anderem die Bestandsdichten, Ausläufe und Beschäftigungsmaterial regeln. Contine reading

Rüße: Wir müssen eine grundsätzliche Qualitätsdebatte über Lebensmittel führen

Zur heutigen Plenardebatte zum Thema Pferdefleisch erklärt Norwich Rüße, landwirtschafts- und naturschutzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Landtag NRW:

Die Skandale um falsch deklarierte Lebensmittel sollten Politik und Verbraucher gleichermaßen aufrütteln. Der dringend gebotene Handlungsbedarf kann sich dabei nicht in aktionistisch aufgesetzten 10-Punkte-Plänen erschöpfen. Wir müssen nachhaltig klären, wie die Wettbewerbsstrukturen, Erzeugungs- und Handelswege des Lebensmittelmarktes den kriminellen Missbrauch des Verbrauchervertrauens befördern. Contine reading

Tierkörperbeseitigung – Subventionierung ohne Sinn

Jahr für Jahr zahlen nordrhein-westfälische Kreise und kreisfreie Städte über elf Millionen Euro für die sogenannte Tierkörperbeseitigung. Was verbirgt sich dahinter? Tierkörperbeseitigung meint die Entsorgung von Tierkadavern, die in der landwirtschaftlichen Tierhaltung anfallen. So rechnet man in der Schweinemast damit, dass etwa drei Prozent der eingestallten Ferkel krankheits- oder stressbedingt während der Mast sterben. Bei einem Mastbetrieb mit etwa 2.000 Mastplätzen wären dies jährlich immerhin etwa 150 tote Schweine, die zu entsorgen sind. Ähnliches gilt für die Geflügelhaltung, die häufig ebenfalls in großen Stallanlagen stattfindet. Contine reading

Welchen Preis hat gesundes Essen?

Unter der Überschrift „Welchen Preis hat gesundes Essen“ diskutierte ich in Halle mit Friedrich Ostendorff, MdB, Marle Kopf (VZ NRW) und Arnold Weßling (WLV) über die aktuellen Probleme der Landwirtschaft. Rückstände in Lebensmitteln, gigantisches einzelbetriebliches Wachstum und globale Ernährungsprobleme. Eines ist jedenfalls klar: der Lebensmittelpreis im Laden ist nur ein Teil der Wahrheit – den „Rest“ des Preises bezahlen die nitratbelastete Umwelt, die nicht artgerecht gehaltenen Tiere, Menschen in andern Ländern, deren Lebensmittel durch das Soja für unsere Schweine von ihrem Ackerland verdrängt werden, billigst entlohnte Schlachter aus osteuropäischen Ländern in den Megaschlachthöfen, die Anwohner der Tierfabriken, die mit Keimen belastet werden usw. usw.
Hier ein Artikel der Grünen in Gütersloh zu dem Thema:
http://gruene-kreisgt.de/2011/03/welchen-preis-hat-gesunde-ernaehrung/

„Lasst das!“? – Ein Kommentar zu journalistischen Vegetarismus-Empfehlungen als Öko-Bauer

In der neuesten Zeit hat Iris Radisch einen Artikel zum Fleischkonsum geschrieben: „Lasst das!“. Es ist anscheinend gerade in, aus Klimagründen und aus moralischen Gründen gegen den Konsum von Fleisch etwas zu schreiben. Nach dem Stern, der SZ, der FR, der taz und der FAZ nun auch die Zeit. Angesichts der Massentierhaltung eigentlich auch kein Wunder. Contine reading

Grüne Woche – Ostendorff liest Aigner die Leviten!

So macht Parlamentsfernsehen richtig Freude: Friedrich Ostendorff bilanziert das Wirken der Bundeslandwirtschaftsminsterin Ilse Aigner in den letzten Wochen. Anfang Dezember ist sie noch dafür, weniger Fleisch zu konsumieren, um dem Klimawandel zu begegnen, während der Grünen Woche redet sie dann davon, dass man damit leben müsse, dass die Landwirtschaft nicht klimaneutral produziere.

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