Zukunftsfähige Tierhaltung gelingt nur mit mehr Tierschutz!

Die GRÜNE Fraktion im Landtag NRW hat eine Große Anfrage zum Thema „Tierhaltung und Tierschutz in Nordrhein-Westfalen“ an die Landesregierung gestellt. Dazu erklärt Norwich Rüße, Sprecher für Landwirtschaft, Naturschutz und Tierschutz:

„Nordrhein-Westfalen ist einer der größten Standorte für die Nutztierhaltung in Deutschland und Europa. Doch unter den gegenwärtigen Zuständen in der Intensivtierhaltung leiden oftmals die Tiere. Hohe Belegdichte, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten oder zootechnische Eingriffe wie das Kupieren von Schwänzen führen immer wieder zu Schmerzen, Krankheiten und Stress. Nicht zuletzt die erschreckenden Bilder von verletzten Schweinen auf dem Familienbetrieb der ehemaligen Landwirtschaftsministerin machen deutlich, dass es ein strukturelles Problem in der Tierhaltung gibt. Contine reading

Tierhaltung fit für die Zukunft machen!

Bild_Biomarkt_08052017In einer artgerechteren Tierhaltung liegt die Zukunft. Darin sind sich die Grünen Agrarpolitiker Friedrich Ostendorff und Norwich Rüße einig. Bei einer gut besuchten Veranstaltung zur Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung im Firmensitz der SuperBiomarkt AG in Münster hatten die beiden Agrarpolitiker viele Angebote an die Landwirtschaft im Gepäck.

Eingangs stellte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, „dringenden Handlungsbedarf“ fest. Es gelte, „die Entwicklung der vergangenen Jahre zu bremsen und eine andere, nachhaltige und tierfreundliche Agrarpolitik einzuleiten“. Contine reading

7. Runder Tisch: Positionspapier zur Tierhaltung verabschiedet!

Norwich_Rüße_2010Auf Einladung des agrarpolitischen Sprechers der Grünen Landtagsfraktion, Norwich Rüße, treffen sich seit 2012 regelmäßig Expertinnen und Experten aus Landwirtschaft, Bürgerinitiativen, Naturschutz, Politik und Verbänden, um über notwendige Reformschritte in der Agrarpolitik zu diskutieren. Ziel der Runde war und ist die Agrarwende hin zu einer tiergerechten und naturnahen Landwirtschaft. Beim siebten Treffen des „Runden Tisches“ in dieser Legislaturperiode wurde ein gemeinsames Sieben-Punkte-Papier verabschiedet, dass Veränderungen in der Tierhaltung einfordert.

Dazu erklärt Norwich Rüße MdL: „Das Positionspapier des runden Tisches gegen Massentierhaltung formuliert klare Forderungen, wie sich die Tierhaltung in Zukunft entwickeln soll. Contine reading

“Politiker versprechen immer viel…” – Der Faktencheck Nr. 2: Der Tierschutz

Norwich_Rüße_LTW_2017_KP_kl“Politiker lügen doch alle – vor der Wahl versprecht ihr viel und dann haltet ihr nix davon….”

Diesen Vorwurf durfte ich mir im Rahmen einer Diskussion mit Jugendlichen anhören. Mein Eindruck ist, dass dieses Vorurteil gegenüber der Politik seit Jahrzehnten hartnäckig besteht, aber gerade mit Blick auf grüne Politik hier in NRW einen Faktencheck nicht überlebt. Deshalb werde ich mir mal in loser Folge meinen Politikbereich “vorknöpfen” und schauen, was wir mit dem Koalitionsvertrag versprochen und was wir davon gehalten haben.

Faktencheck Nr. 2:
Der Tierschutz

Im Tierschutz haben wir mit dem Koalitionsvertrag 2012 einige Punkte festgezurrt. Der Kernsatz in puncto Tierschutz war und ist für uns: „Tiere sind Lebewesen und als solche zu respektieren.“ (S. 59)

Vor diesem Hintergrund hatten wir uns vorgenommen, sowohl in der Landwirtschaft, auf den Schlachthöfen, aber auch in der Forschung Veränderungen zu erreichen. Zwei ganz konkret benannte Ziele waren eine Stiftungsprofessur für Tierschutz sowie ein Gefahrtiergesetz, das die Haltung gefährlicher Arten regeln sollte. Dazu kam noch das Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine, das wir ebenfalls neu schaffen wollten, weil die Nutzer sehr wohl gegen ein „Zuviel“ im Tierschutz klagen können, aber ein „Zuwenig“ im Tierschutz bislang nicht einklagbar bzw. überprüfbar war. Darüber hinaus wollten wir die Förderung von Tierheimen verbessern. (S. 59)

Was haben wir erreicht? Contine reading

Ein Plädoyer für landwirtschaftliche Tierhaltung

cropped-Norwich_Ruesse_Großfläche1.jpgDerzeit wird immer wieder mal die landwirtschaftliche Tierhaltung in Frage gestellt. Dabei werden vor allem ethische Bedenken formuliert, die das Schlachten von Tieren grundsätzlich in Frage stellen. Darf der Mensch Tiere töten, um sich zu ernähren, ist dabei die entscheidende Frage. Aber auch die Frage, ob der Mensch tierisch Produkte überhaupt zu seiner Ernährung braucht, wird dabei aufgeworfen. Und schließlich wird tierischen Produkten ihre schlechtere Klimabilanz und der kalorische Verlust der sogenannten Veredlung vorgeworfen. Aber selbst die landwirtschaftliche Praxis wirft im Prinzip die Frage nach der Notwendigkeit der Tierhaltung auf. denn während viehlose Betriebe vor hundert Jahren quasi undenkbar waren, so wirtschaften viele sogenannte Ackerbaubetriebe heute komplett ohne Vieh und anscheinend funktioniert diese Form von Landwirtschaft ja auch.
Aus meiner Sicht geht eine solche Entwicklung aber tendenziell in die falsche Richtung und die Landwirtschaft ist langfristig ohne Tierhaltung schwierig darzustellen. Contine reading

Durchbruch oder Schiffbruch? Die neue Düngeverordnung

Gülle_tutto62_pixelio.deNach jahrelangen Verhandlungen, zeitweiligem Stillstand und zunehmendem Druck aus Brüssel befindet sich die neue Düngeverordnung auf der Zielgeraden. Nur zur Erinnerung: Der erste Entwurf der DüngeVO wurde eingebracht als der jetzige Kanzleramtsminister Altmaier noch Bundesumweltminister war.
Dass die Novelle notwendig ist, bezweifelt kaum jemand. Zu deutlich sind die seit Jahrzehnten stabil auf hohem Niveau verharrenden Nitratwerte. Seit Ende der 70er Jahre ist die Problematik zu hoher Nitratwerte bekannt, sie sind eine Folge des steigenden Düngemitteleinsatzes, der wachsenden Konzentration der Viehhaltung sowie der Umstellung von Festmist- auf die Güllewirtschaft.
Besonders problematisch ist dabei das Zusammentreffen dreier Faktoren: Güllewirtschaft, Viehkonzentration und Sandböden. Gerade dort, wo diese Faktoren aufeinandertreffen, entstehen hohe Nitratbelastungen, die oftmals bis heute andauern. Contine reading

Bauernverband trägt Mitverantwortung für falsche Entwicklung in der Landwirtschaft

Porträt_Norwich_2012Dass sich der WLV Sorgen um seine Betriebe macht, ist angesichts der extremen Gewinneinbrüche verständlich. Insbesondere die Verärgerung über den Einzelhandel ist nachvollziehbar. Der Ehrlichkeit halber sollte man allerdings hinzufügen, dass auch der Bauernverband eine erhebliche Mitverantwortung für diese Krise hat. Sämtliche Warnungen vor den Schwierigkeiten der globalen Agrarmärkte wurden in den Wind geschlagen. Statt sich auf die verlässlichen heimischen Märkte zu konzentrieren, wurde der Weltmarkt ins Visier genommen. Gleichzeitig wurde ein einzelbetriebliches Wachstum angeheizt, das es so noch nie gab. Zielmarken wurden 200 Kühe, 600 Sauen oder 5000 Schweinemastplätze. Statt bäuerlicher Landwirtschaft hieß es nur noch: schneller, größer, weiter. Contine reading

Von Kastenständen und klaren Worten…..

Porträt_Norwich_2012Da war ich doch sehr über die Berichterstattung des Landwirtschaftlichen Wochenblatts überrascht. Auf einer Kreisverbandsversammlung des WLV in Paderborn habe ich mit Politikern von SPD und CDU sowie dem Kreisvorsitzenden über die landwirtschaftliche Tierhaltung diskutiert.
Das war eine intererssante und spannende Debatte, der Artikel gibt das überhaupt nicht wieder. Daher habe ich eine Stellungsnahme an das Wochenblatt gesendet (der Artikel findet sich weiter unten). Aus meiner Sicht ist es ärgerlich, dass neuerdings eine solche  Berichterstattung im Landwirtschaftlichen Wochenblatt vorkommt. Ich erinnere mich gut daran, dass ich mich bereits im September an die Redaktion gewandt habe, weil mir damals in einem Bericht unterstellt wurde, ich hätte auf dem Waldbauerntag härtere Regelungen für den Anbau von Weihnachtsbaumkulturen verlangt. Das Gegenteil war der Fall, ich hatte die neugetroffenen Regelungen als Beispiel für Kompromissfähigkeit dargestellt, weil wir den Anbauern tatsächlich sehr weit entgegen gekommen sind.
Ich finde eine Zeitschrift sollte sich darauf beschränken, guten Journalismus zu machen und interessante, informative Berichte zu schreiben. Und auch wenn das Wochenblatt zu einem Drittel dem WLV gehört, so sollte man der Versuchung widerstehen, auf eine solche Art und Weise Stimmungen zu beeinflussen.

Meine Stellungnahme
zum Artikel „Kastenstände verbieten?“,
Landwirtschaftliches Wochenblatt, 49/2015

Wenn ich mit Bauern über den weiteren Weg der Landwirtschaft und insbesondere der Tierhaltung diskutiere, dann ist es meine Art, die vorhandenen Probleme deutlich zu benennen. Ich bin für klare Worte, weil der Austausch von Nettigkeiten in der Sache nicht weiterhilft. Nebelkerzenwerfer gibt es schon genug in der Politik. Contine reading

Zur Zukunft der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung – ein Rückblick auf eine Veranstaltung auf Haus Düsse

hausduesse_15062015Die Halle auf Haus Düsse war rappelvoll – etwa 400 Landwirtinnen und Landwirte waren auf Einladung des Landwirtschaftsministeriums und der Landwirtschaftskammer gekommen, um über das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik (WBA) über die landwirtschaftliche Nutztierhaltung zu diskutieren. Dass so viele der Einladung gefolgt sind, zeigt, wie sehr diese Frage der Landwirtschaft unter den Nägeln brennt. Genau aus diesem Grund hatte ich auch gemeinsam mit Friedrich Ostendorff diese Veranstaltung angeregt. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Diskurs über die weitere Entwicklung der Tierhaltung. Und dazu gehört meines Erachtens auch, dass sich die Landwirtschaft an dieser Stelle intensiv einbringt. Hier wurden meine Hoffnungen gestern allerdings absolut enttäuscht. Der „Auftritt“ des Vorsitzenden des sogenannten Veredlungsausschusses des WLV, Herr Beringmeier, war bezeichnend. Contine reading

Von Kuhfladen, Spaltenböden und Sachkundenachweisen….

Acker_Erich Westendarp_pixelio.deAn dieser Stelle eine Diskussion über Veränderungen in der Landwirtschaft aus Gründen des Naturschutzes und des Trinkwasserschutzes. Ganz unten der ursprüngliche Artikel, dann ein Leserbrief dazu und dann meine – in der Zeitung leider gekürzte-  Antwort darauf. Mit Sicherheit werden wir intensiv darauf drängen, dass sich endlich in den Veredlungsregionen die Nitratwerte deutlich verbessern. Das kann – dies habe ich auch in dem Interview deutlich gesagt – über freiwillige Maßnahmen erfolgen, muss aber anscheinend auch von der Gesetzgebung flankiert werden. Auf alle Fälle können wir es uns nicht erlauben, nochmals zwei Jahrzehnte Stillstand in dieser für unser Wasser und die Natur so wichtigen Frage zu produzieren. Contine reading