Verlängerung der betäubungslosen Kastration nicht nachvollziehbar!

Der Vorstoß der Bundestagsfraktionen von SPD und CDU zur Verlängerung der betäubungslosen Kastration männlicher Ferkel ist absolut unverständlich. SPD und CDU im Bundestag wollen, dass männliche Ferkel in Deutschland noch bis zum Jahr 2021 ohne Betäubung kastriert werden können.
Anstatt das äußerst schmerzhafte Kastrieren ohne Betäubung nochmals um zwei Jahre zu verlängern, sollte die Bundesregierung endlich damit anfangen, die betroffenen Betriebe auf das Ende der betäubungslosen Kastration vorzubereiten. Dazu braucht es rechtliche Klarheit für mögliche Betäubungsverfahren, Beratungsangebote und auch eine finanzielle Unterstützung für die Betriebe. Contine reading

Zukunftsfähige Tierhaltung gelingt nur mit mehr Tierschutz!

Die GRÜNE Fraktion im Landtag NRW hat eine Große Anfrage zum Thema „Tierhaltung und Tierschutz in Nordrhein-Westfalen“ an die Landesregierung gestellt. Dazu erklärt Norwich Rüße, Sprecher für Landwirtschaft, Naturschutz und Tierschutz:

„Nordrhein-Westfalen ist einer der größten Standorte für die Nutztierhaltung in Deutschland und Europa. Doch unter den gegenwärtigen Zuständen in der Intensivtierhaltung leiden oftmals die Tiere. Hohe Belegdichte, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten oder zootechnische Eingriffe wie das Kupieren von Schwänzen führen immer wieder zu Schmerzen, Krankheiten und Stress. Nicht zuletzt die erschreckenden Bilder von verletzten Schweinen auf dem Familienbetrieb der ehemaligen Landwirtschaftsministerin machen deutlich, dass es ein strukturelles Problem in der Tierhaltung gibt. Contine reading

Tierhaltung fit für die Zukunft machen!

Bild_Biomarkt_08052017In einer artgerechteren Tierhaltung liegt die Zukunft. Darin sind sich die Grünen Agrarpolitiker Friedrich Ostendorff und Norwich Rüße einig. Bei einer gut besuchten Veranstaltung zur Zukunft der landwirtschaftlichen Tierhaltung im Firmensitz der SuperBiomarkt AG in Münster hatten die beiden Agrarpolitiker viele Angebote an die Landwirtschaft im Gepäck.

Eingangs stellte Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, „dringenden Handlungsbedarf“ fest. Es gelte, „die Entwicklung der vergangenen Jahre zu bremsen und eine andere, nachhaltige und tierfreundliche Agrarpolitik einzuleiten“. Contine reading

„Geboren“ oder doch nur „Aufgezogen“? – Vom Täuschen und Tarnen in der Schweinebranche

FerkelherkunftIn Deutschland werden Jahr für Jahr knapp 30 Mio. Schweine gemästet. Davon wurden etwa 75% in Deutschland geboren. Jedes vierte „deutsche“ Schwein ist keines, sondern wurde als Ferkel aus den Niederlanden oder aus Dänemark importiert. Seit Anfang April müssen die Schweinemäster nun bei jeder Lieferung an den Schlachthof angeben, woher die Ferkel stammen. Angesichts der Tatsache, dass immer mehr VerbraucherInnen wissen wollen, wie die Tiere gehalten wurden und woher sie kommen, ist das ein Problem für die Fleischbranche. Aber genauso, wie sich die Branche dagegen wehrt, Fleisch endlich eindeutig nach Haltungsformen zu kennzeichnen – ähnlich wie wir es von Eiern kennen -, so verweigert man klare Auskünfte über die Herkunft der Schlachtschweine.
Erwarten würde man nämlich, dass Schlachtschweine aus dänischen Ferkelherkünften  so gekennzeichnet werden: „geboren: DK, gemästet: D“ und Schweine, die in Deutschland geboren und gemästet wurden, so: „geboren: D, gemästet: D“. Wäre die Kennzeichung so eindeutig, würde das aber vermutlich zu unangenehmen Fragen – z.B. hinsichtlich der Ferkeltransporte – führen. Contine reading

Die agroindustrielle Schweinehaltung ist aus dem Ruder gelaufen

– Ein Kommentar zur ARD-Sendung „Deutschlands Ferkelfabriken“-

Sau_und_Ferkel_by_wolfish_pixelioEinmal mehr greift eine Fernsehsendung die Zustände in der sogenannten Ferkelproduktion auf und schildert, wie dort mit den Tieren umgegangen wird. In der Sendung „Deutschlands Ferkelfabriken“ war zu sehen, wie Mitarbeiter zu kleine, schwache Ferkel gegen eine Wand schlagen, um sie so zu töten. Einmal mehr im Mittelpunkt der Berichterstattung war die Sauenhaltung des Niederländers Adrian Straathof, der in Ostdeutschland mittlerweile über einen gigantischen Schweinebestand verfügt. Aber auch klassische, auf die Ferkelproduktion spezialisierte Familienbetriebe wurden gezeigt, die genauso mit den kleinen Ferkeln umgingen. Contine reading

Der Ringelschwanz bleibt dran – Durchbruch für den Tierschutz!

Ferkel_Rolf_Handke_pixelio.deDie gemeinsame Vereinbarung zwischen dem nordrhein-westfälischen Agrarministerium und den Landwirtschaftsverbänden WLV und RLV hat es in sich. Denn nun geht es an die konkrete Umsetzung der Tatsache, dass das Schwänzekupieren nach europäischer Vorschrift schon länger nicht mehr als Standardeingriff bei Ferkeln vorgenommen werden darf. Dabei kommt diese Vereinbarung nicht überraschend, denn schon vor drei Jahren hat das Ministerium in einem Erlass darauf hingewiesen, dass das regelmäßige Kupieren der Schwänze nicht den europäischen Vorschriften entspricht. Innerhalb von zwei Jahren will die Branche nun bereit dafür sein, dass in den Schweineställen in NRW die Mastferkel mit Ringelschwanz aufgestallt werden können, ohne dass es dann zum Schwanzbeißen kommt. Das bedeutet einen Durchbruch für den Tierschutz, denn NRW ist mit ungefähr 12,5 Mio. jährlich gemästeten Schweinen eine Hochburg der Schweinehaltung. Contine reading

Hormone in der Sauenhaltung – wütende Reaktionen auf eine Studie des BUND

Sau_und_Ferkel_by_wolfish_pixelioDer BUND hat eine Studie in Auftrag gegeben, um den Einsatz von Hormonen in der Sauenhaltung zu untersuchen (Kurzfassung hier: Zum Einsatz von Hormonen in der intensiven Sauenhaltung, 2013) Vorab: Die Studie liefert leider keine genauen Zahlen über Einsatzhäufigkeit und -mengen, zeigt aber auf, dass Hormongaben zur gängigen Praxis in der „Ferkelproduktion“ geworden sind und dass mit der Größe der Sauenbestände bestimmte Probleme wie Fruchtbarkeitsstörungen zunehmen und zum Beispiel die Sauen immer schneller durch Jungsauen ersetzt werden müssen. Die Studie hat jetzt einen Sturm der Entrüstung losgetreten – vom Tierärzteverband über die ISN bis zum Bauernverband.

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WLV verkennt die Realitäten!

Meine Antwort auf den WLV, der meint, dass die Landesregierung Schuld daran sei, dass derzeit über ein Viertel der Sauenhalter die Sauenhaltung aufgeben wollen. Die wahren Gründe liegen aber ganz woanders:

Die jüngsten Behauptungen des WLV zur Situation der Sauenhalter ist vollkommen irreführend und bringt uns in der Sache keinen Deut weiter. Wenn Kreislandwirt Johann Prümers argumentiert, durch längere Übergangsfristen bei der Umstellung auf Gruppenhaltung könnten Strukturbrüche vermieden werden, dann liegt er falsch. Die europaweit geltenden Vorgaben für die Sauenhaltung wurden bereits vor über einem Jahrzehnt verabschiedet und in deutsches Recht übernommen. Eine weitere Verlängerung der Übergangsfristen durch das Land ist nicht möglich, außerdem würde dadurch das Problem nicht gelöst, sondern nur um ein oder zwei Jahre verschoben. Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Debatte über die landwirtschaftliche Tierhaltung, erscheint die vom WLV angestrebte Verlängerung ohnehin weltfremd. Vielmehr muss es das Ziel sein, landwirtschaftliche Nutztiere optimale Haltungsbedingungen zu bieten, woraus sich wiederum eine Reduktion des Arzneimitteleinsatzes ergibt. Contine reading

Tierkörperbeseitigung – Subventionierung ohne Sinn

Jahr für Jahr zahlen nordrhein-westfälische Kreise und kreisfreie Städte über elf Millionen Euro für die sogenannte Tierkörperbeseitigung. Was verbirgt sich dahinter? Tierkörperbeseitigung meint die Entsorgung von Tierkadavern, die in der landwirtschaftlichen Tierhaltung anfallen. So rechnet man in der Schweinemast damit, dass etwa drei Prozent der eingestallten Ferkel krankheits- oder stressbedingt während der Mast sterben. Bei einem Mastbetrieb mit etwa 2.000 Mastplätzen wären dies jährlich immerhin etwa 150 tote Schweine, die zu entsorgen sind. Ähnliches gilt für die Geflügelhaltung, die häufig ebenfalls in großen Stallanlagen stattfindet. Contine reading

Entweder ahnungslos oder böswillig!

Zur jüngsten Verlautbarung der CDU-Landtagsabgeordneten Christina Schulze-Föcking nehmen die beiden Landtagsabgeordneten Frank Sundermann (SPD) und Norwich Rüße (Grüne) Stellung:

Der Vorwurf, der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Johannes Remmel wolle jedem Bauern 10 Prozent ihrer Flächen wegnehmen, entbehrt jeglicher Grundlage. Einmal mehr zeigt sich, dass die Steinfurter Abgeordnete anscheinend wenig von seriöser Arbeit, aber viel von Populismus und Stimmungsmache hält. Anstatt sich erst einmal ausreichend zu informieren, werden von ihr einmal mehr Behauptungen aufgestellt, die einer Überprüfung nicht im Ansatz standhalten. Contine reading